Wozu Latein?

Dem Fach Latein wird oft zum Vorwurf gemacht, es handle sich bei der lateinischen Sprache um eine "tote Sprache", die im heutigen Leben keinen Nutzen mehr bieten könne. Dem ist jedoch nicht so! Das Erlernen der lateinischen Sprache bietet vielerlei Vorteile und führt zum Erwerb elementarer Schlüsselqualifikationen:

Steigerung der muttersprachlichen Kompetenz. Die Unterrichtssprache im Fach Latein ist Deutsch. Gegenstand des Unterrichts ist die inhaltliche Beschäftigung mit Texten und ihre Übersetzung ins Deutsche. Ziel ist es dabei, eine möglichst genaue, d. h. den Sinn treffende und gleichzeitig stilistisch gute deutsche Übersetzung zu finden. Durch die Suche nach der jeweils bestmöglichen Übersetzung erfolgt implizit ein Training des deutschen Ausdrucksvermögens, der aktive Wortschatz wird reichhaltiger und den Schülern fällt es erheblich leichter, Texte zu formulieren - eine grundlegende Anforderung in allen anderen Schulfächern und im späteren Leben.
Darüber hinaus fällt es Schülern mit umfangreichen Lateinkenntnissen vergleichsweise leicht, sich Fremdwörter herzuleiten, die ja zu einem großen Teil lateinischen Ursprungs sind, bzw. deren Bedeutung zu verinnerlichen - eine weitere grundlegende Anforderung beim Umgang mit Texten jedweder Art.

Aufbau und Training der Analysefähigkeit
Das Übersetzen lateinischer Texte stellt einen hohen Anspruch an ein gutes Analysevermögen - ein einzelner Buchstabe kann die Bedeutung eines Wortes und damit den Sinn des Satzes grundlegend verändern. Mit dem Erlernen der lateinischen Sprache schult sich der Blick fürs Detail, da genaues Hinsehen bei jeder Übersetzung verlangt wird. Lateinschüler eignen sich im Laufe der Jahre eine auffallend gute Analyse- und Strukturierungsfähigkeit an - eine Qualität, die ihnen besonders in den Naturwissenschaften sowie der Mathematik und Informatik von Nutzen sein wird.

Basis für den Erwerb weiterer Fremdsprachen
Da die romanischen Sprachen und auch das Englische in Grammatik und Vokabular ihren Ursprung im Lateinischen haben, fällt es Schülern mit Kenntnissen der lateinischen Grammatik und des lateinischen Vokabulars leichter, weitere moderne Fremdsprachen zu erlernen. Statistischen Untersuchungen zufolge lernen Schüler mit Latein als erster Fremdsprache durchschnittlich mehr moderne Fremdsprachen als Schüler, die Latein entweder gar nicht oder nicht als erste Fremdsprache erlernen.

Basis für andere Unterrichtsfächer
Inhaltlich beschäftigen sich die Schüler im Lateinunterricht mit Themen aus der europäischen Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte sowie der Alten Geschichte. Neben dem Erwerb einer klassischen Allgemeinbildung wird den Schülern somit solides Grundlagenwissen für andere Schulfächer vermittelt.